Mosbach/Limbach. Inzwischen ist Lawrence Ouma wieder zu Hause, in Rarieda. Mehr als 9000 Kilometer trennen diesen Ort in Kenia von Limbach. Und trotzdem soll hier berichtet werden über den 29-Jährigen. Denn für sechs Wochen war er in der Region zu Gast. Organisiert hat das Jürgen Blatz. Der Waldstädter war nämlich als Seniorexperte in Rarieda – und lernte dort auch Lawrence kennen. Gefragt war in der kenianischen Region Blatz‘ Wissen als Ingenieur. Er baute unter anderem zusammen mit den Lehrkräften des RTRC (Rarieda Training Resource Center) solarbetriebene mobile Pumpen für Trinkwasser. Und Lawrence Ouma ist einer jener Lehrer. Die Schule ist eine Art Berufsschule, in der etwa 100 junge Menschen eine Ausbildung erhalten. ,Die Schule selbst ist ein kleines Paradies in der Armut“, schreibt Blatz seine Eindrücke. Schule wirke segensreich, denn durch die Ausbildungen dort finden die jungen Menschen Arbeit oder können sich mit ihrem Handwerk selbstständig machen. „Das ermöglicht den Abgängern, in ihrer Heimat zu bleiben und in Anstand leben zu können. Die vielen Eindrücke, die Jürgen Blatz von Kenia mit nach Hause nahm, ließen ihn nicht los, und so engagierte er sich weiter. Er arrangiert einen Austausch über das deutsch-afrikanische Jugendwerk. Drei Kenianern wird und wurde es so ermöglicht, sechs Wochen in Deutschland zu verbringen, Land und Leute kennenzulernen. So kam auch Lawrence Ouma nach Mosbach. Er ist Elektriker und durfte nun vom Lehrer zum Lernenden werden. Blatz organisierte nicht nur über den SES (Senior Expert Service) die Reise nach Deutschland, sondern auch ein Praktikum bei der Firma Elektro-Anlagen Hartmann in Limbach. „Eine absolute Win-win-Situation“, , ist Blatz überzeugt. Denn Lawrence Ouma habe so mitarbeiten und sehr viel Neues lernen können, die Firma habe im Gegenzug einen fleißigen Praktikanten.
Sechs Wochen lebte der 29-Jährige in Laudenberg. Er hat sich Heidelberg und Würzburg angesehen, und Jürgen Blatz hat ihn ins Stadion der TSG Hoffenheim mitgenommen. Im Gespräch mit Lawrence steht aber das Lernen im Mittelpunkt – denn wie viel Neues er lernen durfte, das war für ihn „wundervoll“ Neben neuen Fähigkeiten stand beim Lernen auch eine neue Kultur auf dem Plan. Nach dem ersten Kulturschock über das Essen folgte der zweite: Hier in Deutschland war es heiß, sehr heiß. „Wir Afrikaner denken, hier in Europa wäre es immer kalt“, erzählt der 29-Jährige.
Neu waren ihm lange heiße Sommernächte, denn in seiner Heimat am Victoriasee (auf Höhe des Äquators) ist es zwar auch sehr heiß, aber die Sonne geht immer nach zwölf Stunden unter.
Wetter und Essen waren aber Nebenschauplätze, denn der Kenianer war hier, um zu lernen, das machte er im Gespräch mit der RNZ klar. „Ich habe wirklich viele neue Fertigkeiten und Dinge gelernt, die ich mit meinen Kollegen tellen möchte und hoffentlich auch anwenden kann.“ Das erste Mal war Lawrence in Europa, das erste Mal überhaupt verreist. Mit den Eltern und seinem Bruder telefonierte er; sie freuten sich schon auf die Rückkehr. Ansonsten hat er sehr wenigen Menschen von seiner Reise erzählt. „Ich wollte nicht zu viele Erwartungen wecken.“ Und auch das sagt der 29-Jährige: „Ich habe angenommen, zu lernen. Aber nicht so viel.“
Besonders in Erinnerung werden Lawrence aber wohl auch die Menschen bleiben. Alle hätten men empfangen, die Kollegen bei der Firma Hartmann, im Limbacher Fußballverein FC Freya durfte er mittainieren und wurde sogar mit passender Sportbekleidung ausgestattet. Und dann ist da noch Walter Hartmann, „the boss“ nennt der Kenianer ihn. „Ein sehr netter Mann“ wie er betont. Ein Dorf wie Laudenberg, das gibt es in seiner Heimat gar nicht. „Es ist so still hier.“ Die Rentner auf den Fahrrädern sind ihm aufgefallen wirklich sehr schön.“ Mit gemischten Gefühlen wenige Tage vor seiner Abreise auf die Heimkehr. „Einerseits fühle ich mich als würde ich gehen, wenn ich gerade reinkomme. Aber andereseits freue ich mich auf meine Familie und meine Kollegen. Und ich werde zuhause auch wieder gebracht.